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Reisebericht live |

Hier konnten wir endlich ein Medikament besorgen - allerdings nur zur Vorsorge -, denn der Magen hatte sich wieder beruhigt. Wir sitzen gerade im Internetcafé am Hafen von Igoumenitsa und schreiben unseren Bericht. Soooooo, etwas haben wir vergessen. Wir haben uns in der Apotheke gewogen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und hat uns selber erstaunt. Man sollte nicht glauben, was Radfahren in großer Hitze bewirken kann. Hier das Ergebnis:
Johannes H. 81,5 kg
Johannes F. 63 kg
Mussten nach ein paar Kilometern gleich Wasser fassen und ein wenig Schoki essen, um nicht vom Rad zu fallen. Wieder auf dem Asphalt fuhren wir gemächlich dem ersten Pass entgegen. Radfahren bei extremen Temperaturen kann man gar nicht richtig beschreiben, das muss man selbst am eigenen Leib verspürt haben. Da nützt es auch nichts, sich auf die wenigen Abfahrten zwischendurch zu freuen. Um das nachzuempfinden, könnt Ihr Euch einen Föhn auf der höchsten Stufe vors Gesicht halten. Wir nutzten jede Gelegenheit (z.B. Springbrunnen am Straßenrand) um unsere Köpfe zu kühlen.
Unsere Route verlief größtenteils kurvenreich mit zahlreichen Steigungs- und Gefälleteilen durch eine eindrucksvolle Gebirgslandschaft. Wegen der vielen Steigungen und den großen Hitze campierten wir frühzeitig (Ioannina war an diesem Tage nicht mehr erreichbar) auf freiem Feld. Nachdem wir zuvor beim Bauern Wasser für die abendliche Dusche besorgt hatten, schlugen wir eiligst
unsere Moskitozelte auf. Die Moskitos sind hier besonders blutrünstig (da hat das solarbetriebene Testgerät eines Mückenkiller-Summers wenig Wirkung.).
Es ging wieder bergauf! Gegen 10:00 Uhr erreichten wir endlich Ioannina, wo wir im Supermarkt etwas Joghurt und Obst fürs Frühstück besorgten.
Wir sitzen gerade in einem Internetcafé, wo wir beschlossen für den Rest des heutigen Tages freizunehmen. Da wir gut in der Zeit liegen, werden wir einen Ruhetag in Ioannina verbringen,
um unsere Sachen trocken zu bekommen und frische Kräfte für den morgen anstehenden Katarapass zu sammeln. Wir werden den Campingplatz aufsuchen, heute noch ein wenig das Städtchen Ioannina besichtigen
und morgen früh nach dem Gottesdienst (vielleicht gibt es ja eine katholische Gemeinde?) starten.
Ein Abenteuer liegt vor uns: Der berüchtigte Katarapass. Katara heisst zu deutsch "Teufel" und lässt entsprechende Strapazen erahnen. Er ist mit 1705 Metern (von 0) Griechenlands höchster Straßenpass und wird uns auf der Tour wahrscheinlich die meisten Kräfte abverlangen.
Nach dem Frühstück nahmen wir den Katarapass in Angriff! Wir fühlten uns gut, trotz der 41° C. Wir sind anscheinend schon akklimatisiert. (Eine Klimaanlage fürs Fahrrad wäre trotzdem eine geniale Erfindung)
Ausgestattet mit jeweils 6 Liter Wasser lief es die Serpentinen hinauf und hinab.
Manchmal wurden wir von streunenden Pass-Hunden getrieben, dann ging es noch ein bisschen schneller. Die durch das Hupen geäußerte Bewunderung (größtenteil weiblicherseits) vorbeifahrenden Autos und Busse spornte uns zusätzlich an.
Bei knapp 1200 m Höhe machten wir gegen 18:30 Uhr für heute Schluss. Wir fanden hinter einer verlassenen Auto-Servicestation mit ausgedienter Cafeteria in einem Pavillon Unterkunft für die Nacht.
Auf unserer Bewertungsskala vergaben wir 4 Sterne (von 7), da eine super Schlauchdusche im Nullpreis enthalten war.
Am Abend fuhren wir mit den Rädern ohne Gepäck ins nahegelegene Metsovo und ließen den Abend (1000 km Feier) mit Spezialitäten des Ortes (geräucherter Metsovo-Käse) ausklingen.
und das Pedaltreten entsprechend mühsamer. Ein kurzes Stück haben wir uns von einem türkischen Kleinbus mitziehen lassen (links und rechts an den heruntergelassenen Seitenfenstern festgehalten). Geht nach 10 Minuten ganz schön in die Arme! Gegen 10:00 Uhr erreichten wir die Passhöhe.
Mit großer Freude machten wir uns an die Abfahrt, jedoch wurden wir nach wenigen Kilometern von der Polizei gestoppt. Sie haben wohl nach Drogen gesucht und so ließen sie uns die Taschen auspacken. Bald sahen Sie ein, dass wir keine Schmuggler sind und so konnten wir die Abfahrt fortsetzen. Gegen 13:00 Uhr kamen wir in Kalambaka an, wo wir die Meteora-Klöster besichtigten.
Die Temperatur stieg am Mittag bis auf 42° C. Gegen 15:30 Uhr fuhren weiter nach Trikala. Unterwegs versuchten wir uns an Tankstellen zu kühlen. Klamotten nassgemacht und weitergefahren.
In Trikala suchten wir das dortige Internetcafé auf, jedoch ohne Ergebnis. Die Verbindung war sooooooooooo langsam, dass wir diese Aktion abbrachen und gegen halb sieben Richtung Larissa starteten. Unterwegs versuchten wir mehrmals ein Quartier für die Nacht zu bekommen. Leider nur Absagen (sogar von dem orthodoxen Priester). Wir beschlossen trotz einsetzender Dunkelheit die Fahrt nach Larissa fortzusetzen. Nach einer fröhlichen Nachtfahrt trafen wir dort gegen 23:00 Uhr ein. Auf einem Kinderspielplatz konnten wir uns waschen und uns auf den Parkbänken in die Schlafsäcke schmeißen.
Tagesetappe: 162 km
Höhenmeter: 1175 m
mit dem passenden Sattelrohr weiterhelfen konnte. Wir arbeiteten bei kühlen Drinks im Internetcafé ein wenig an unserer Seite. Gegen Mittag brechen wir Richtung Katherini auf.
Die Fahrt am Meer entlang war super, so beendeten wir ca. 20 km hinter Katharini bei Methoni an einem Campingplatz die Fahrt.
Wir nahmen noch ein Bad im Meer. Wessen Idee war das, sich auf dem Campingplatz neben einer türkischen Großfamilie niederzulassen? Partie mit türkischer Folkloremusik bis in die Puppen. Um an die wohlverdiente Ruhe zukommen, half nur Retsina.
bevorstehende Steigungen - trotzdem: Ephesus ruft. Um nicht durch die zweitgrößte Stadt Griechenlands hindurchfahren zu müssen,
benutzten wir die Autobahn-Umfahrung, wobei wir die Ausfahrt nach Kavala verpassten und dafür einen 20 km längeren Umweg durch die Gebirgswelt der Kalkidiki Halbinsel in Kauf nehmen mussten. Bei einer der Abfahrten (14 % Gefälle) erreichten wir die bisherige Höchstgeschwindigkeit von 72 km/h. Wieder auf der richtigen Straße, kamen wir mit Rückenwind im Eiltempo an die Küste, wo wir uns in Asprovalta auf dem Campingplatz niederließen.
Der abendliche Ausgang ist bereits zu einer Gewohnheit geworden.
Wir träumen bereits davon, morgen über Kavala die Stadt Xanthi (ca. 140 km) zu erreichen.