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Mt. St. Odile
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Paris
Herzlich
willkommen. Es
freut mich, dass Du/Sie mich auf meiner Reise begleitest/begleiten. Ich
möchte Dich/Sie bitten, mit mir um eine gesegnete, frohe Fahrt
und
eine glückliche Heimkehr zu beten. Auch ich werde auf
der Fahrt
und an den Wallfahrtsorten Deine/Ihre Anliegen im Gebet vor Gott
tragen.
Auch
diese Fahrt habe ich den hll. Engeln anvertraut.
aktualisiert am 24.07.
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Freitag, 28.05.
Um 11 Uhr konnte ich starten, das Wetter war recht ordentlich. Es
dauerte aber leider nicht lange, da musste ich schon den ersten von
mehreren Regenstopps einlegen. In Ringingen fragte ich vorsorglich
schon mal bei einem Bauern wegen einer Übernachtung an. Ich
hätte auch die Scheune bekommen, aber dann hörte es
auf zu
regnen, und ich fuhr noch bis
Schelklingen.
Der Pfarrer war nicht da,
aber es gibt im Ort das St. Konradihaus, eine Art Internat
für Jungen, die hier ihre Ausbildung absolvieren. Als ich
gerade
mit drei Jungen sprach, kam der Gruppenführer dazu. Er nahm
mich
freundlich auf und kam nicht mit der Masche, er könne das
nicht
entscheiden. Ich hätte sogar in den Räumen der Gruppe
übernachten können, aber das hätte bedeutet,
das ganze
Gepäck in die 3. Etage zu schleppen. So nahm ich die Tunhalle,
machte mich frisch und war dann noch zu einer schmackhaften Pizza in
die Gruppe eingeladen. Im Anschluss an das Essen gab es noch ein
interessantes Gespräch.

Wieder mal "albergo classico"
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Ein Teil der Gruppe mit ihrer Leiterin |
Samstag, 29.05.
Mit der Gruppenleiterin habe
ich noch
gemütlich gefrühstückt und bin dann um 10
losgefahren.
Es war recht mühselig und sah wieder stark nach Regen aus. Ich
habe
schon um 15 Uhr in Münsingen
Schluss gemacht, da ich sicher sein
wollte, am Sonntag die hl. Messe mitfeiern zu können. Dazu
Gelgenheit zu finden ist heute nicht mehr so leicht, da viele Pfarreien
keinen Pfarrer mehr haben und mein Aktionsradius mit dem Rad nicht sehr
groß ist. Zum Glück traf ich den Pfarrer in
Münsingen
an. Er gab mir gleich einen Raum im Pfarrzentrum und morgen ist um 9
Uhr die Messe. Die Leiterin des Hauses ist sehr nett. Sie machte mir
noch ein Abendessen und Frühstück bekomme ich auch.
Während des Tages verfahre ich nach dem System "Ich
will ja
nicht betteln und zahle gern." So beschaffe ich mir Brot,
Milch
und Obst und zahlen brauchte ich bis jetzt noch nicht. Die Leute
verstehen sehr gut, dass meine Einkaufs- und
Transportmöglichkeiten mit dem Rad sehr begrenzt sind. Ich
warte
jetzt nur noch auf die Einladung: "Kommern Sie doch rein. Wir haben da
gerade ein schönes Lendensteak."
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Münsingen
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Sonntag, 30.05.
Um 9 Uhr war ich in der hl. Messe, nachdem ich vorher von der
Heimleiterin ein reichhaltiges Frühstück bekommen
hatte. Nach
der Messe war alles grau in grau, und es regnete heftig. Es sah so aus,
als würde es mit dem Weiterfahren nichts werden. Aber gegen
Mittag
rissen die Wolken auf und es kam sogar die Sonne durch. Also nichts wie
weg! Ich war noch keine 3 km gefahren, da fing es schon wieder zu
regnen an, und ich verbrachte fast eine Stunde an einer
überdachten Bushaltestelle. Dann konnte ich weiter Richtung
Gomadingen. Da ich schon zwei Tage zu Mittag Brot und Apfel gegessen
hatte, probierte ich es diesmal mit Haferflocken. Ich bat in einem Haus
um Milch und einen Apfel. Auf der Terrasse konnte ich meine Mahlzeit
genießen. Sehr zu empfehlen: Haferflocken,
Milch und
Apfelstücke! Abspülen durfte ich in der
Küche. Sehr
angenehm und besser als die Spülarbeit aus der Fahrradflasche.
Es
blieb dann trocken, allerdings gab es einen ganz schönen
Gegenwind. An der Burg Lichtenstein vorbei fuhr ich bis
Reutlingen.
Ich fand gleich eine Kirche mit Pfarrzentrum, aber der Pfarrer war
nicht zu Hause. Als Radpilger wünscht man sich von den
Pfarrern
doch ein wenig mehr "stabilitas loci". Was tun? Inzwischen hatte es
wieder angefangen zu regnen. In der Fußgängerzone
stellte
ich mich unter und sprach alle Leute an, die nicht zu jung und ohne
Migrationshintergrund waren. Ich wollte nämlich nach einer
weiteren katholischen Kirche fragen. Und es dauerte nicht lange, bis
ich einen Volltreffer landen konnte. Ein freundliches Ehepaar
erklärte mir den Weg zum Kolpinghaus und trug mir noch einen
Gruß an den Heimleiter auf. Es klappte auch bestens. Ich
bekam
Quartier im Raum der Kegelbahn (hätte auch ein Zimmer bekommen
können), erhielt ein Abendessen (Bratwurst, Nudeln und Salat),
konnte duschen und bekam im Gegenzug zu meinem Personalausweis den
Hausschlüssel in Form einer Plastikscheibe, die man nur an
eine
Kontrollplatte zu halten braucht, damit die Tür aufspringt.
Sehr
fortschrittlich, erspart einem in gewissen Situationen die Suche nach
dem Schlüsselloch!!! Für morgen ist die
Wetterprognose auch
wieder sehr schlecht. Naja, ich warte einfach ab, wie sich die Dinge
entwickeln. Bis jetzt ist ja alles bestens gelaufen, bis auf die
Tatsache, dass ich erst heute die 100 km-Marke überfahren habe
.

Lichtenstein
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Übernachtung auf der
Kegelbahn |
Montag, 31.05
Vor einer Bäckerei
habe ich
gefrüstückt und bin gegen 9 Uhr bei ziemlich kaltem
Wetter
gestartet. Nach Tübingen musste ich den Radweg benutzen, da
die
Bundesstraße für Fahrräder verboten ist.
Die Benutzung
dieser Radwege hat meistens zwei gravierende Nachteile. Sie
führen
immer wieder auf langen Umwegen von der Hauptrichtung weg und verlaufen
quer durchs Land, oft mit zusätzlichen Steigungen.
Außerdem
steht man nicht selten allein auf weiter Flur an einer Gabelung und
weiß nicht weiter, weil die Beschilderung fehlt. Fragen kann
man
auch niemanden. Es bleibt nur der Weg ins nächste Dorf. Wenn
man
Glück hat, war es die richtige Richtung, andernfalls hat man
wieder einen Umweg gemacht. Die Strecke von Reutlingen bis Horb war
sehr gut. Hier lief der Radweg mal schön den Neckar entlang.
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| Das Wetter!!! |
Neckarradweg leider
ohne Sonne |
In Horb traf ich einen
Diakon, der dem Hausmeister des Gemeindehauses in
Ihlingen
mein Kommen ankündigte. Dieser erwartete mich auch schon und
war
recht freundlich, wollte allerdings für ein eher bescheidenes
Quartier 5 Euro. Damit liegt mein durchschnittlicher
Übernachtungssatz bereits bei 1,25 €.
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| 5 € - Quartier |
Dienstag, 01.06.
Am Morgen sah es
wettermäßig
wieder recht düster aus, und es regnete leicht. Da es am Ort
keinen Bäcker gab, schüttete ich mein Kaffeepulver
ins Haferl
und bat bei einer Familie um heißes Wasser und etwas Brot.
Ich
bekam 2 Brötchen und eine ganze Packung Schinken. Danach
besuchte
ich die 900 Jahre alte romanische Jakobuskirche des Ortes und konnte
dort auch gleich die Laudes beten. Inzwischen hatte es
aufgehört zu regnen, und nach 10 Uhr startete ich in
Richtung
Freudenstadt. Das Wetter besserte sich, sogar die Sonne
ließ
sich blicken.
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| Jakobuskirche in Ihlingen |
Durch den Schwarzwald |
Es gab viel Schieberei heute,
besonders
hinauf nach Schopfloch. So
wurde es ein kurzer Radtag, in Freudenstadt machte ich Schluss. Ich
fragte mich zur katholischen Kirche durch. Der Pfarrer der
Taborgemeinde (Titel der Kirche: Christi Verklärung) nahm mich
sehr herzlich auf. Er legte gar keinen Wert auf Referenzen und wollte
auch meinen Ausweis nicht. Ich bekam eine ganze Wohnung und den
Haustürschlüssel, konnte duschen und
anschließend
direkt neben der Kirche beim Italiener etwas essen. Als ich die
Wirtschaft betrat, sagte mir der Wirt, der Pfarrer habe schon angerufen
und wolle die Rechnung übernehmen.
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| Wohnung in Freudenstadt |
Mittwoch, 02.06.
Nach dem gemütlichen
Frühstück beim Pfarrer bin ich so gegen 9 gestartet.
Heute
hatte ich schon eine merklich bessere Kondition. Von Freudenstadt aus
galt es, 300 Höhenmeter hinauf zur Alexanderschanze zu
überwinden. Ich konnte die geamte Strecke ohne zu schieben
bewältigen. Nachdem ich die Schwarzwaldhöhe hinter
mir hatte,
ging es zunächst mit 12 % Gefälle hinunter und dann
weiter
zügig Richtung Straßburg. Da ich keine
großen Umwege
machen wollte, benutzte ich zeitweise die vierspurige
KFZ-Straße.
Ich hatte schon ein gutes Stück geschafft, da hielt
doch ein
Polizeiwagen neben mir und man erkärte mir, hier
dürfe ich
nicht weiter fahren, das sei ja lebensgefährlich. Da es einen
breiten Randstreifen gab, stimmte das natürlich so nicht. Auf
einer normalen Bundesstraße ohne Randstreifen und mit viel
LKW-Verkehr ist es sicher gefährlicher. So musste ich die
Schnellstraße verlassen und fuhr über die
Dörfer
weiter. Wegen des morgigen Fronleichnamsfestes machte ich schon in Kehl
Schluss. Ich fand bald die katholische Kirche, und der Pfarrer war auch
zu Hause. Wie unterschiedlich man doch aufgenommen wird. An einen
Schlüssel war hier nicht zu denken. Ich bekam zwar meinen
Platz im
Gemeindezentrum, musste mich aber beim Frischmachen beeilen, weil der
Pfarrer weg musste und abschließen wollte. Um 22 Uhr sollte
ich
dann im Pfarrhaus klingeln. Es gab keinerlei Fragen nach dem morgigen
Frühstück. So deckte ich mich abends noch mit Keksen
ein.
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| Schwarzwaldhöhe |
Belohnung |
Donnerstag, 03.06.
Ich nahm um 9.30 Uhr am
Fronleichnamsgottesdienst teil und auch an der Prozession
zurück
zur Kirche. Dort zog ich mich um, und schon kam auch der Pfarrer und
schaffte mein Gepäck vor die Tür. Er musste wieder
weg und
wollte abschließen. So war es fast Mittag, als ich Richtung
Straßburg startete. Ich wollte nach Obernai, dem Talort des
Odilienberges. War das ein Theater!

Niemand
konnte mir sagen, wie ich mit dem Rad dorthin komme.
Schließlich
fuhr mir ein freundlicher Mann eine ganze Strecke voraus, so dass ich
endlich auf der Landstraße nach Obernai landete. Aber es
dauerte
nicht lagen, da gab es nur noch die Autoban in diese Richtung. Wieder
musste ich mich durchfragen, bis ich eine andere Straße in
meine
Richtung fand. Die ging dann aber auch bald wieder in eine Autobahn
über, so dass ich mich abermals mit viel Fragerei neu
orieintieren
musste. Das ist alles sehr lästig und kann einem die Freude
verderben. Es gibt zwar hier auch genügend Schilder
für
Radfahrer, aber nie dort, wo man sie wirklich braucht, z. B. wenn aus
einer normalen Straße plötzlich eine Autobahn wird.
Schließlich landete ich doch noch gut in
Obernai
und suchte gleich das Pfarrhaus auf. Eine herbe Enttäuschung.
Ich
wurde kalt abgewiesen, obwohl das Haus sehr groß ist. Nun
hatte
ich beim Anfahren aber ein sehr schönes Haus mit
Namen
"Foyer St. Paul" gesehen. Dort putzte gerade ein Mann, mit dem ich ein
Gespräch anfing. Er konnte mir natürlich keine
Erlaubnis zum
Übernachten geben und teilte mir mit, für das Haus
sei der
Pfarrer zuständig. Keine große Hilfe! Und jetzt
machte ich
etwas, was wir auf unseren Fahrten wohl noch nicht gemacht haben. Ich
ging wieder zu dem Pfarrer zurück und erklärte ihm
freudestrahlend, ich habe da ein Haus gesehen, das für mich
zum
Übernachten ideal sei. Ich vermute, eine weitere Absage
wäre
ihm wohl peinlich gewesen. So ließ er mir durch seine
Sekretärin einen Zettel mit der Telefonnummer eines Herrn E.
geben, der für das Haus sorge. Und hier habe ich dem Pfarrer
Unrecht getan. In meiner Enttäuschung über seine
erste Absage
vermutete ich, dass er Herrn E. anweisen würde, mich auch
abzuwimmeln. Aber o Wunder! Ich telefonierte mit ihm und bekam die
Zusage, hier übernachten zu dürfen. Das war aber erst
der
halbe Sieg. Nachdem auch der Putzmann mit Herrn E. gesprochen hatte,
sah es so aus, als solle ich eingeschlossen werden. Jetzt begann der
Kampf um den Schlüssel. Der Putzmann rief
über die
Straße noch einen anderen Mann hinzu, der wohl auch mit dem
Haus
zu tun hat, jedenfalls hatte der auch einen Generalschlüssel
und
schien in der Hierarchie über dem Putzmann zu stehen. Nachdem
ich
eine ganze Zeit wie mit Engelszungen geredet und
stänig mit
meinem Personalauswei herumgefuchtelthatte , nahm er endlich den
Generalschlüssel vom Schlüsselbund und es kam zur
ersehnten
Schlüsselübergabe. Herr H. bot mir dann sogar noch
an, mich
morgen um 9 auf den Odilienberg zu fahren. Es geht dort ziemlich lange
sehr steil hinauf, so dass ich mich entsclossen habe, dieses
Srück
nicht mit dem Rad zurückzulegen. Wenn ich rechtzeitig vom
Monte
St. Odile zurückkomme, fahre ich morgen weiter, ansonsten hat
man
mir eine zweite Übernachtung schon zugesagt.
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| Unterkunft in Obernai |
Freitag, 04.06.
Beim Bäcker habe
ich mir etwas zum
Frühstück besorgt und dann in meiner Unterkunft, in
der ich
außer über eine warme Dusche auch über eine
Küche
verfügen kann, einen Kaffee gekocht.
Um
9 Uhr hat mich Herr H. wie versprochen auf den Odilienberg gefahren. Da
heute ein strahlender Sommertag ist, habe ich mich entschlossen, erst
mogen weiter zu fahren. So konnte ich längere Zeit auf dem Mt.
S.
Odile verweilen und dort auch eine hl. Messe mitfeiern. Zurück
bin
ich dann per Anhalter gefahren. Bereits der 2. Wagen hielt und man
nahm mich direkt bis Obernai mit. Für abendss muss ich noch
etwas
einkaufen, denn die Preise in den Restaurants sind ganz schön
gesalzen. Morrgen geht es dann weiter in Richtung Nevers.
Erstes
Wallfahrtsziel erreicht nach 297 km von Senden
Mt.
St. Odile
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| Quelle der hl. Odilia |
Hl. Odilia |
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