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Radwallfahrt 2017 - Seite 2


Mittwoch, 12.07.
Der Tag begann mit einem strahlend blauen Himmel. Aber meiner Erfahrung nach ist das sehr trügerisch. Meistens droht dann vom Wetter her Ungemach. So auch heute. Gegen 3 Uhr am Nachmittag begann es zu regnen. So verging mit die Lust zum Weiterfahren. Zum Glück kam ich mit Regenbeginn an einem Hinweisschild für ein Hotel in Olenica vorbei. Kurz entschlossen fuhr in hin un bekam auch ein Zimmer. (Link zum Hotel)

Donnerstag, 13.07.
Bedeckter Himmel, also Aussicht auf gutes Reisewetter. Und so war es auch, schön durchwachsen, mal Wolken, mal Sonne und ein paar Regentropfen. Weitgehend auf ruhigen Straßen, bis auf die letzten 20 km. Da musste ich auf eine vielbefahrende Hauptstraße. Dazu kamen noch etliche Steigungen.

Schöne Fahrt auf stillen Straßen


Ich fuhr bis Naklo nad Notecia. Hier war die Hotelsuche wieder sehr mühsam. In einem Hostel gab es zwar ein freies Zimmer, aber um das Rad unterzubringen, hätte man eine steile Treppe bewältigen müssen. Dann fuhr ich an den Stadtrand, wo es angeblich ein Touristenhotel geben sollte. Auf der Fahrt dorthin traf ich eine nette Dame, die mir ihrem Rad vorausfuhr und auch nach einem Zimmer fragte. Alles besetzt! Die gute Frau war aber unermüdlich in ihrer Hilfsbereitschaft und lotste mich zum nächsten Quartier. Auch besetzt! Dann ging es zum nächsten Hotel. Hier (Art Cafe) gab es glücklicherweise noch ein Zimmer, weil ein Gast abgesagt hatte. Es war nichts Besonderes, das Internet funktionierte auch nicht, aber ich war froh und dankbar, eine Unterkunft gefunden zu haben. Ohne die vielen netten und hilfsbreiten Menschen wäre es auf einer solchen Fahrt viel schwieriger.

Freitag, 14.07.
Leider wieder eine Fahrt auf sehr befahrener Straße. 



Nichts für schwache Nerven

Anfrage an Profis: Obwohl das Video nur ganz kurz ist, hat es eine enorm lange Ladezeit. Was kann man dagegen tun? Eine evtl. Antwort bitte an: jgbkubon@web.de

Aber da ich am Wochenende eine Pause (nach 500 Radkilometern) einlegen will, fuhr ich nur knapp 30 km bis Bydogoszsz (Bromberg). Weil ich mir die Quartiersuche in dieser großen Stadt ersparen wollte, rief ich meine Nichte an und bat sie, ein Quartier für mich zu finden und zu bestellen. Sie sagte mir dann, dass es wegen irgendeiner Großveranstaltung sehr schwierig sei, fand aber dann direkt im Zentrum ein Appartement für mich. So eine Unterkunft hat ihre Vorteile. Es gibt eine gut ausgestattete Küche, so dass man sich einiges selbst zubereiten kann. Ein wenig Wäsche waschen ist auch gut möglich. Am Montag möchte ich dann weiterfahren.

Sonntag, 16.07.
Heute bin ich genau einen Monat unterwegs und genieße einen gemütlicher Tag in Bromberg. Um mir die Suche nach einer Unterkunft morgen zu ersparen, habe ich ein Hotel im Internet gebucht. Das ist keine so einfache Sache. Das Buchen selbst ist kein Problem, aber abzuschätzen, wie weit ich fahren werde, bereitet doch etwas Kopfzerbrechen. Die Schwierigkeit liegt einmal darin, dass ich die Strecke (Steigugen) nicht kenne und zum anderen darin, dass Michelin und mein Navi sehr unterschiedliche Kilometerangaben machen. Sie differieren z. T. bis über 20 km. Ich habe schon im vergangenen Jahr gemerkt, dass das Navi möglichst verkehrsarme Routen vorschlägt, während Michelin nicht so darauf achtet. Laut Navi liegt mein morgiges Ziel 88 km entfernt, aber da ich ja reserviert habe, muss ich auch nicht so früh Schluss machen.


Sonntag in Bromberg

Montag, 17.07.
Um 6 Uhr bin ich aufgestanden, da ich ja der Meinung war, 88 km zurücklegen zu müssen. Es waren dann aber nur 66 km. Woran lag das? Wie schon gesagt, ohne gute Karte ist das Fahren nicht ganz einfach, trotz Navi und Michelin. Ich habe unterwegs mit beiden Systemen jongliert und konnte so auf entsprechend weniger Kilometer kommen. Das Hotel hatte ich ja gestern gebucht, und so war es eine gemütliche Fahrt, ohne an die Quartiersuche denken zu müssen. Gegen halb fünf war ich schon am Ziel. Das Haus liegt völlig abseits der großen Straßen und ist kaum zu finden, wenn man es nicht kennt. Die Entfernung zum nächsten Lebensmittelgeschäft beträgt laut Navi 14 km. Es mag schon in der Nähe einen Dorfladen geben, aber den muss man auch erst finden. Ich bekomme im Haus etwas zu essen und habe auch mein Bier geordert, das dann pünktlich angeliefert wird. Und zum Preis: Die Übernachtung kostet sage und schreibe 6 €. Dazu kamen noch 7 € für Abendessen, Bier (Wie viele verrate ich nicht.) und Frühstück. (Hotel Medima, Bielawy 11, 87-214 Pluznica - keine Internetseite, nur bei Booking.com zu finden)


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Bei herrlichem Reisewetter auf stillen Straßen Das 6 €-Hotel


So langsam komme ich wirklich auf die gemütliche Tour, wie ich es mir auch vorgenommen habe. Soeben habe ich ein Hotel in Brodnica gebucht. Bis dorthin sind es nur 50 km. Ich würde ja gerne weiter fahren, aber hinter Brodnica geht es über die Dörfer, und der nächste "Hotelort" liegt bei über 100 km. Warum soll ich mir das antun? So werde ich morgen in Ruhe frühstücken und dann zum nächsten Ziel bummeln.

Dienstag, 18.07.
Heute morgen war es sehr bewölkt, aber am Nachmittag kam dann die Sonne wieder. Die Fahrt war, von einigen Etappen auf Hauptstraßen abgesehen, wieder sehr angenehm. Da ich keine große Entfernung zurücklegen musste, konnte ich mir so richtig Zeit lassen. Probleme gab es erst in Brodnica. Dort hatte ich ja in einem Hotel gebucht, aber ich konnte das Hotel nicht finden. Das Navi führte mich an eine Adresse, die mit dem Hotel gar nichts zu tun hatte. Ich vermute, die Nummerierung der Straße hat sich geändert. Freundliche Menschen wiesen mir dann den Weg zum Hotel (Magnat). Für morgen habe ich wieder in 60 km Entfernung gebucht. Diese Buchungen sind nicht ganz einfach. Da Michelin keine Postleitzahlen angibt, muss ich erst einmal sicherstellen, dass ich auch am richtigen Ort buche.
Die kurzen 50 - 60 km-Etappen haben große Vorteile. Zunächt einmal kann ich mir auf der Fahrt viel Zeit lassen, Pausen machen und hier und dort mal einen Kaffee trinken. Von den heutigen Schwierigkeiten abgesehen, komme ich auch so früh an meiner Unterkunft an, dass ich den Abend noch genießen kann.
Auf dieser Fahrt gönne ich mir auch einen besonderen Luxus. Ich habe einen Sitzhocker mitgenommen. Das macht keine Probleme, bringt aber große Vorteile. Ich kann mich überall hinsetzen, ohne nach geeigneten Sitzplätzen Ausschau halten zu müssen. Ein Bauer auf der Fahrt zu seinem Feld hat diese Aufnahme gemacht.

Sitzen, wo ich will
Mittwoch, 19.07.
Ein Sommertag, wie er im Buche steht. Die Strecke war allerdings nicht einfach wegen der vielen Steigungen, und so hat mir mein Bein wieder zu schaffen gemacht. Das Hotel "Varia" in Dzialdowo habe ich gut gefunden. Es ist ein etwas eigenwilliges Haus, das man von außen kaum für ein Hotel halten würde.

Ein etwas eigenwilliges Hotel

Für morgen konnte ich nicht vorbuchen, da alle angefragten Hotels kein freies Zimmer mehr hatten. So fahre ich einfach ins Blaue und vertraue darauf, dass mir die hll. Engel eine Unterkunft besorgen.

Donnerstag, 20.07.
Morgens war der Himmel etwas verschleiert. Man konnte noch nicht wissen, was daraus werden sollte. Aber am Nachmittag wurde es wieder schön sommerlich. Anfangs eine etwas mühselige Fahrt auf recht belebter Straße, dann eine Umleitung in Nidzica, aber danach eine herrliche Straße durch den Wald. In Jedwabno wollte ich eigentlich Schluss machen. Aber die Leute, die ich dort nach einer Unterkunft fragte, waren nicht sehr hilfsbereit. Sie drückten mir nur eine Telefonnumer in die Hand. Was soll ich damit, wenn ich kein polnisch kann? Inzwischen war es schon 6 Uhr und bis zur nächsten Stadt hätte ich noch 20 km fahren müssen, Aber schon nach kurzer Zeit sah ich in Narty ein Hinweisschild für eine Übernachtungsmöglichkeit (Noclegi). Die Dame des Hauses (Pension Zielona) spricht nur polnisch, aber schließlich konnte sie mir vermitteln, dass ich für eine Nacht ein Zimmer haben konnte. Das Zimmer war in einem Nebengebäude, einer Art Pension mit Küche und einer schönen Terrasse. Abendessen und Frühstück gibt es nicht, aber ich konnte mich in einem nahe gelegenen Geschäft mit allem Nötigen versorgen. Obwohl ich einen vernünftigen Code bekam, funktionierte das Internet im ganzen Haus nicht.

Nette Unterhaltung bei der Kaffeepause Blick von meinem Balkon

Freitag, 21.07.
Gegen halb Elf bin ich erst gestartet und nur ein paar Kilometer bis Szczyzno gefahren. Ich hatte zwar überlegt, noch weiter zu radeln, aber da es zu regnen begann und in einer größeren Stadt auch leichter eine Kirche zu finden ist, beließ ich es auch diesmal bei einer verkürzten Arbeitswoche. Da ich meine Nichte wegen einer Unterkunft nicht belästigen wollte, griff ich auf mein Navi zurück und rief die Pension "Maria" an. Die Dame spricht ein wenig deutsch, hatte für mich aber leider nur noch ein Appartement. Ich nahm es trotzdem, weil ich einfach keine Lust hatte, bei dem Wetter weiter rumzusuchen. Das Appartement entspricht nicht ganz meinen Wünschen (2. Stock, keine Möglichkeit abends draußen zu sitzen), aber es liegt sehr günstig. Kirche, Geschäfte und Restaurants liegen alle im Umkreis von 1000 m. Ein weiteres Plus: Die Besitzerin hat mir angeboten, meine Wäsche zu waschen, so dass ich damit nichts zu tun hatte. An der Tankstelle, von wo aus ich meine Unterkunft reserviert hatte, gab es noch eine nette Plauderei mit einem Motorradfahrer aus Berlin. Wir wogen u. a. die Vor- und Nachteile des jeweiligen Verkehrsmittels gegeneinander ab. Mit dem Navi fand ich schnell meine Unterkunft. Auch vor Ort bin ich sehr froh über dieses Hilfsmittel. Ob Bankomat, Lebensmittelgeschäft oder Restaurant, das Navi zeigt es an und weist den Weg. Ein unschätzbarer Vorteil gerade in einem Land, dessen Sprache man nicht kann. Gegen Abend machte ich noch einen Bummel durch das Volksfest.


Spaziergang am Samstagabend


Montag, 24.07.
Ein schöner sommerlicher Fahrtag nach Ruciane-Nida. Dort hatte ich etwas außerhalb des Ortes im Hotel Wygryni gebucht. Bei Booking.com waren die Zimmer als "luxurös" beschrieben. In Wirklichkeit waren es äußerst primitive Zimmer, sehr klein, ohne Schrank, ohne Tisch etc. Es ist nicht so, dass ich auf Luxus Wert lege, eber die Beschreibungen sollten schon der Wirklichkeit entsprechen, zumal man in diesem Fall den Preis für polnische Verhältnisse durchaus als "luxuriös" bezeichnen könnte. Der große Vorteil dieses Hotels: absolut ruhig gelegen und ideal für Familien mit Kindern.

Ruhige Lage Wohncontainer Ideal für Kinder

Dienstag, 25.07.
Ich habe mich dazu durchgerungen, meine Campingausrürstung heute nach Hause zu schicken, um mein Packgewicht zu reduzieren. So gerne ich auch auf Campingplätze gehe, aber erstens macht es allein nicht so viel Spaß und zweitensist es mit dem Rad auch sehr umständlich. Wohin mit den vielen Sachen aus den Taschen? Alles liegt auf der Wiese rum, dann das Rad, das im Freien steht. Dazu kommt noch die umfangreiche Ladetätigkeit (Akku, Smartphone, Handy ...). Außerdem war des Wetter bisher nicht geade fürs Zelten geeignet. So habe ich meine Campingtasche bei der polnischen Post aufgegeben. Ob sie wohl zu Hause ankommt? Am Abend gab es noch ein gemütliches Beisammensein mit einer polnischen Gästegruppe. Da zwei von den Leuten englisch sprachen, war es ein recht interessanter Abend.
Mittwoch, 26.07.
So sah es heute morgen aus. Ich bin trotzdem losgefahren, weil ich in der Nähe von Ruciane-Nida eine Pension gebucht habe. Kaum war ich gestartet, fing es zu regnen an und hörte bis Mikolaiken nicht auf. Meine gebuchte Pension Gosciniec nad Stawem liegt einige Kilometer von N. entfernt. Wie schon einigemale hatte ich Schwierigkeiten sie zu finden, weil es keinerlei Hinweis gab. Es ist einfach ein Privathaus, dessen Eigentümer über Booking.com seine Gäste bekommt. Das Haus ist in Ordnung. Man kann die Küche benutzen und auch die Lage ist schön. Geärgert hat mich die Anfahrt, die im letzen Stück aus einem schlammigen Weg besteht. So habe ich für morgen ein Hotel in der Stadt gebucht. Hoffentlich entspricht es einigermaßen meinen Vorstellungen, denn ich habe das Zimmer bis Montag geordert.








Donnerstag, 27.07.
Ich fuhr dann egen 11 Uhr hinüber in mein neues Domizil. Den Nachmittag verbrachte ich in Mikolaiken, einem klassischen Touristenort.

Mikolajken

Bei der Buchung dieses Hotels (Hotelik Mazurska Chata) habe ich mich aus Unachtsamkeit finnanziell vergaloppiert. Leider entspricht das Angebot auch hier nicht dem Preis. An der Rezeption sagte man mir bei der Ankunft, das Restaurant habe bis 22 Uhr geöffnet. Als ich es dann kurz nach 20 Uhr aufsuchen wollte, war alles geschlossen. Wo gibt es denn sowas!? Ich bearbeitete ungefähr eine Viertelstunde lang die Klingel an der Rezeption. Endlich kamen ein junges Mädchen und eine ältere Dame, die wohl Regie führt, wenn der Chef nicht da ist. Die beiden waren durchaus nicht unfreundlich, schlossen das Restaurant wieder auf und kredenzten mir eine gute Suppe. Ich setzte mich dann zum Bier nach draußen und freute mich an der tiefen Stille des zu Ende gehenden Tages.




Ausflug am Freitag





Zur Seite 3 ab 31. Juli